01.04 - 21.04.2017 Auf der Farm bei Claudia und Klaus in El Bolson

01.04 - 21.04.2017 Auf der Farm bei Claudia und Klaus in El Bolson

Samstag 01.04 Einzug auf der Farm von Claudia und Klaus

Heute war der alles entscheidende Tag, wie lange wir in El Bolson bleiben werden. Der Mechaniker kam am frühen Vormittag schauen was jetzt alles kaputt ist. Dann die alles entscheidende Antwort, dass am Motor doch mehr kaputtgegangen ist als gehofft. Ca. 2 Wochen... Zuerst kam die Ernüchterung, dann das Warum, wir dort durchgefahren sind und dann noch die Tränen, weil schliesslich ja alles raus musste. Manchmal macht man wirklich dumme Sachen, ohne rationale Erklärung. Hauptsache sollte sein, dass man immer etwas daraus lernt.

Kurzer Anruf auf der Farm bei Claudia und Klaus, wann sie uns abholen kommen könnten. Um fünf hiess es dann erstmal Abschied nehmen von Lola und mit unserem Gepäck ging es zur Farm. Dort angekommen zeigten sie uns unsere Unterkunft für die nächsten Tage. Es ist ein Camper Aufsatz für auf einen Geländewagen. Sieht ganz gemütlich aus.

Des Weiteren lernten wir Alex aus Deutschland kennen, der schon zwei Wochen hier auf der Farm mithilft Auszuholzen. Wir verstanden uns auf Anhieb gut und unterhielten uns über das Reisen.

Nach dem Abendessen ging es in unser vorübergehendes zu Hause. Gute Nacht.

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Sonntag 02.04

Nach dem „Ausschlafen“ (ist ja schliesslich Sonntag :-) begann unser Tag erstmal mit der Besichtigung des Geländes. Klaus zeigte uns diverse „Baustellen“ und somit auch diverse Arbeiten. Da Alex sehr gut mit der Motorsäge umgehen kann, wollte das Klaus auch nutzen. Gleich darauf starteten wir daher auch schon mit der Arbeit. Wir halfen mit beim Ausholzen und Feuerholz für den Winter vorbereiten.

Nach dem Mittagessen kamen wir schon in den Genuss der „Siesta“ :-) Wir genossen das Ausspannen und anschliessende gemütliche Zusammensitzen und Kennenlernen. Auch die heisse Dusche sollte nicht ausser Acht gelassen werden.

 

Montag 03.04 bis Samstag 08.04 - Erste Farmwoche bei Claudia und Klaus

Jeden Morgen durften wir ein reichhaltiges Frühstück, mit hausgemachter Konfitüre und Brot, geniessen. Danach wurde jeden Tag Ausgeholzt, Abholz und Laub verbrannt sowie Feuerholz gehackt. Claudia kochte uns jeden Tag ein leckeres Mittagessen (wir fühlten uns wie zu Hause) und anschliessend wurde meist kurze Siesta gehalten. Danach nochmals Arbeiten und Abends oft gemütliches Zusammensein, meist bei einem Lagerfeuer.

Am Montag kamen Udo und Birgit aus Deutschland an. Sie haben schon einige Erfahrung mit Fahrzeugumbauten und Reisen nun schon seit längerem umher.

Am Dienstag bekamen wir nochmals Unterstützung: Nämlich von Andreas, ebenfalls aus Deutschland, Augenarzt und alleine auf Reisen. Abends erstes gemeinsames Grillen an der „Verbrennungs-“ Stelle.

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Mittwochnachmittag gingen wir bei der Garage vorbei um einen Statusbericht zu erhalten: Motor war ausgebaut, sie warteten nur noch auf das Abholen der defekten Teile, welche dann in Bariloche kontrolliert-repariert-ausgetauscht werden. Noch kurze „News“-Aktualisierung nach Hause und schon ging es wieder auf die Farm. Abends wieder ein Asado (Grillen), diesmal an der windgeschützten Camping-Stelle, und mit hauseigenem Lammrücken, sowie selbstgefangene Regenbogenforelle von Udo. So frisch und lecker, was wir natürlich alles ausprobiert und genossen haben! Wir werden richtig verwöhnt hier (wir machen ja auch etwas dafür :-)

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Donnerstag war freier Tag, da kühl und regnerisch. Wir konnten unsere Gedanken zum Motorschaden notieren, Blogg schreiben, lesen, Spanisch lernen und einfach entspannen.

Freitag und Samstag war für uns schon ein ganz normaler Arbeitstag :-) Samstagabend bekamen wir alle eine private Vorführung der Dia-Show aus dem Jahre 2000 auf DVD von Claudia und Klaus. Es war ein sehr, sehr interessanter Abend welcher zum Nachdenken anregte.

Hier nun die längst überfällige Information zu den beiden: Sie leben bereits seit 13 Jahren hier in El Bolson, zusammen mit ihren zwei Töchtern. Vorher jedoch haben sie mit Motorrädern 16 Jahre die Welt bereist und so einige abenteuerliche und auch gefährliche Situationen erlebt. Was die alles erlebt haben! WOW, Respekt. Nun leben sie abseits des Medienrummels, Klaus hält die Farm mit den Schafen und das umliegende Land in Schuss (mit tatkräftiger Unterstützung der vorbeikommenden Reisenden) und Claudia gibt Schul-Unterricht und koordiniert die Fahrzeugversicherungs-Prozeduren.

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Sonntag 09.04 bis Samstag 15.04 - Zweite Farmwoche

Sonntag war auch bei uns ein freier Tag. Es war wieder mal wunderschön, die Sonne schien und es war richtig warm. Herrlich! Wir nutzten das schöne Wetter um unsere Flugkünste mit der Drohne zu „erlernen“. Naja wir brauchen noch etwas Zeit :-) Am Abend dann das Abschluss-Grillen für Alex. Richtig gemütlich am Lagerfeuer.

Nach dem verabschieden von Alex genossen wir den Montag, da nochmals frei, „leider“ etwas bewölkt, jedoch trotzdem warm. Wir fuhren mit Udo und Birgit in die Stadt für den Einkauf und etwas Internet. Abends machten wir leckere Pfannkuchen zusammen, wahlweise mit Käse, Pilzen, Marmelade oder Zucker. Richtig, richtig lecker! (Wir schreiben hier auch mehr übers Essen als alles andere, nicht? :-) Aber so viel Selbstgemachtes muss doch festgehalten werden.)

Dienstags war wieder normaler Farmalltag mit Ausholzen. Nur war der Morgen sehr, sehr kalt. Doch als die Sonne hervorschaute wurde es schnell wieder warm. Abends dann auch schon das Abschiedsgrillen für Andreas. Um ca. 22 Uhr kriegten wir von Klaus mitgeteilt, dass Gerardo (unser Mechaniker) gerade angerufen hat: Der Motor ist fertig in Bariloche! Abholbereit zum Bezahlen vor Ort. Daher feierten wir die tolle Nachricht bei Feuerschein und Weisswein :-)

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Mittwoch 12.04 - Motor in Bariloche Abholen

Damit unser Motor schneller bei der Werkstatt ist, machten wir uns heute auf den Weg nach Bariloche. Udo und Birgit kamen mit ihrem Fahrzeug mit, sonst hätten wir den Motor gar nicht holen können. Am Nachmittag konnten wir den Motor in Empfang nehmen. Sie zeigten uns sogar was alles repariert wurde. Ja da kam einiges zusammen. Wir waren froh als wir am Abend wieder auf der Farm ankamen. Ein langer und anstrengender Tag ging zu Ende.

 

Donnerstag: Heute war wieder ein normaler Tag mit Ausholzen angesagt. Klaus half diese Woche weniger mit, weil seine Tochter zu Besuch war. Am späten Abend backten wir mit Hilfe von Birgit Brot. Hmmm lecker! Danach machten wir uns daran unsere selbstgemachten Hamburger und Pommes vorzubereiten. War das ein Schmaus :-) So ein Gusseiserner- Topf ist etwas Tolles. Vielleicht werden wir ja auch mal einen kaufen, wer weiss.

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Wie ein Tag wie jeder andere begann auch der Freitag, wieder mit wunderschönem sonnigem Wetter. Herrlich der Herbst hier. In der Nacht recht kalt, aber tagsüber trotzdem noch wunderbar warm. Es war wieder Ausholzen angesagt und die üblichen Farmtätigkeiten. Am Abend genossen wir noch selbstgemachten Baileys. Lecker Schmecker :-)

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Am Samstag dann der Bericht der Garage: Der Motor lief freitagabends erstmals! Montags wird noch Testfahrt gemacht, letzte Kontrollen, dann fertig!


Ostersonntag 16.04 auf der Farm

Nach dem Ausschlafen gingen wir mit Udo und Birgit in die Stadt um Einzukaufen und ins Internet zu gehen. Die Zeit verflog so schnell, wir merken erst jetzt wie viel Zeit man im Internet „vergeudet“. Es gibt halt immer allerhand zu suchen, zu lesen und zu kontrollieren. Zurück auf der Farm durften wir ein Oster-Assado geniessen. Wieder mit lecker selbstgehaltenem Lammfleisch. Ja wir essen hier auch Lammfleisch, es riecht kein bisschen danach. :-) Am Abend genossen wir ein letztes Mal ein gemütliches Lagerfeuer mit Udo und Birgit. Bereits zwei Wochen sind wir hier. Die Zeit verfliegt so schnell. Die Ablenkung hilft ungemein, um nicht immer an unsere Lola zu denken, die jeden Tag im Staub stehen muss.

 

Montag 17.04 bis Freitag 21.04 - Dritte und letzte Farmwoche

Montag 17.04: Bus Abholung

Heute war der allesentscheidende Tag, wir konnten am Nachmittag unsere Lola abholen gehen! Welch eine Freude! Da stand dann Lola, staubig, alleine, abholbereit und repariert. Es war ein wunderbares Gefühl zu wissen, dass sie wieder fährt. Zuerst mussten wir sie dann noch aus ihrem Parkplatz schieben, da es nass war und sie in einer Vertiefung stand. So einfach dann doch nicht. :-) Wir sollten erstmal eine Testfahrt machen ob alles gut ist, aber wie hört sich unser Bus schon wieder an? Wir wussten es nicht mehr nach so langer Zeit, ohne den Motor zu hören. Also los Motor an: Es klappt! Doch das Glücksgefühl erlosch schon nach wenigen Metern, es knarzt und kratzt etwas beim linken Hinterrad... Gerardo beruhigte uns dann, es sei normal, dass es solche Geräusche gibt, weil wir ja durch soviel Dreckwasser fahren mussten (eigentlich klar, aber in der Aufregung... :-). So, na dann mal los, und die Geräusche nahmen nach und nach ab. Juhuuu! Es hat alles super geklappt, Motor hört sich ein bisschen anders/lauter an, aber vielleicht normal? Egal Hauptsache Lola fährt wieder.

Zwei Wochen später als geplant kam dann auch Lola auf der Farm an. Ende gut alles gut, wie man so schön sagt. Von Udo und Birgit (auch zwei VW Liebhaber) willkommen geheissen, liessen wir den Abend gemütlich mit einem Glas Wein mit ihnen ausklingen.

Dienstag: Lola vom Staub befreien war heute unser Ziel. Aussen- sowie Innenreinigung, also das ganze Programm. Danach fuhr Fabian in die Stadt alles bezahlen. Müde und glücklich gingen wir ins Bett. Endlich wieder im Bus übernachten ein sehr, sehr schönes Gefühl. :-)

Mittwoch: Der letzte Arbeitstag brach heute an. Wir brachten die Pferde raus und danach verbrannten wir noch einiges an Ästen und säuberten die Wiese. Ein sehr guter Abschluss, bis zum Mittagessen waren wir fertig.

Wir machten uns einen gemütlichen Nachmittag beim Bus. Der kalte Wind brachte Regen von Chile her, es wird nun von Tag zu Tag kühler hier unten. Am Abend genossen wir wieder einmal einen Film in unserem gemütlichen Zuhause.

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Donnerstag: Erholsame Nacht mit Regen, doch beim Aufstehen machte sich schon der blaue Himmel bemerkbar. Heute wollten wir noch die ganze Wäsche waschen. Wir hofften, dass alles gut trocknen kann, weil es sehr fest windete und kühl war.

Bis am Abend war dann wieder alles so am Platz wie wir es vorher auch hatten.

 

Freitag 21.04 - Abreise und Fahrt bis Esquel

Heute hiess es Abschied nehmen von der schönen Farm und dem Farmleben. Wir haben den Verlauf des Herbstes hier in Argentinien von seiner schönen Seite erfahren können, bei wunderbarem Wetter, Sonne und angenehmen Temperaturen. Es war eine schöne, interessante und lehrreiche Zeit, welche sicher bei uns im Gedächtnis haften bleibt. Danke Claudia und Klaus für eure tolle Gastfreundschaft und eure riesige Unterstützung in Sachen Organisation und Übersetzungen.

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Da wir nach ca. 1000km Ölwechsel machen müssen, aufgrund der Überholung des Motors, machen wir vorerst ein paar Test-Fahr-Tage in der Gegend. Wir entschieden uns nach Süden zu fahren. Die Strecke welche wir beim Abschleppen des Busses sahen war ganz nett.

Also Einkaufen und noch ins Internet und dann los.


Erster Test-Fahr-Tag:

Raus aus El Bolson, runter auf der Ruta 40 gegen Süden. Die Strasse hatte ihre besten Tage auch hinter sich, sie zeigte sich uns mit vielen Schlaglöchern. Doch schon bald kamen wir in Esquel an.

El Bolson gefiel uns besser, es war eine gute Entscheidung gewesen die ca. 160km weiter zu fahren für die Reparatur. Lola schaffte ihre erste längere Strecke ohne Probleme. Geschaffen vom Fahren und wieder unterwegs sein gingen wir müde ins Bett.