28.02 – 06.03.2017 Isla Grande de Tierra del Fuego - Ushuaia wir kommen!

28.02 – 06.03.2017 Isla Grande de Tierra del Fuego - Ushuaia wir kommen!

28.02. Cerro Sombrero

Nach unserer ersten Nacht zusammen im Bus sind wir Richtung Zoll/Grenze gefahren. Es war eine schöne Fahrt mit wunderbarer Landschaft. Es war alles viel grüner und wir sahen wieder einmal Berge/Hügel. Beim Zoll angekommen ging es recht schnell (für Argentinische Verhältnisse). Nach knapp zwei Stunden hatten wir es geschafft. Noch ein kurzer Blick in unseren Bus vom Zollbeamten (der Honig wurde nicht entdeckt) und wir konnten die Chilenische Seite befahren. Damit wir nach Tierra del Fuego kamen mussten wir eine Fähre nehmen, da es eine Insel ist. Nochmals 2 Stunden warten, bis wir drauf fahren konnten.

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Nach einer Stunde Fahrt kamen wir dann endlich in Cerro Sombrero an, eine kleine „Öl-Stadt“. Nach ein paar Verhandlungen mit dem Hotelbesitzer konnten Lorena und Albert günstiger im Hotel übernachten. Wir parkten vor dem Hotel und konnten eine tolle Dusche für uns alleine geniessen.


01.03. Rio Grande

Nach einer windigen und regnerischen Nacht ging es weiter Richtung Rio Grande. Es gibt zwei Strassen die dorthin führen. Wir entschieden uns für die Y-79, welches eine Schotterstrasse ist. Wir dachten, dass es vielleicht noch ein wenig geteerte Strasse ist. Doch weit gefehlt, es war alles Schotterpiste und in einem sehr schlechten Zustand mit vielen Löchern. Nach einer halben Ewigkeit kamen wir am nächsten Zoll an. Wir verliessen wieder Chile und kamen in Argentinien an. Auch hier hat alles gut geklappt. Der Wind war sehr stark, wir dachten schon es windet uns weg… Wieder auf Teerstrasse unterwegs (Gottseidank) ging es flott Richtung Rio Grande (mit heimlichem hoffen auf weniger Wind, weiter unten :-). Nach langer erfolgloser Suche für eine Unterkunft konnten wir endlich wieder Einkaufen gehen. Da es nicht gestattet ist Früchte und Gemüse nach Chile einzuführen, beinhaltete der Einkauf viel gesunde Nahrung. Halbverhungert assen wir um 17:00 Uhr erst zu Mittag. Danach hiess es noch Kleider waschen. Nach der „Arbeit“ das Vergnügen: wir haben uns entschieden auf einer YPF zu übernachten. Nach dem Abendessen mit lokalem „Beagle“ Bier ab ins Bett. Good night.

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02.03. Ushuaia wir kommen!

Nach einer ruhigen und ersten recht frischen Nacht machten wir uns auf den Weg nach Ushuaia. Es war eine angenehme und gute Fahrt mit schöner Landschaft. Wir passierten die 3000 km Marke der Ruta National 3 (ein Highlight für uns :-) und fuhren sogar über einen kleinen Pass!

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Nach zweieinhalb Stunden Fahrt sind wir dann in Ushuaia angekommen! Wir konnten es noch gar nicht glauben, dass wir bereits hier unten angekommen sind. Zuhause war dies ein fernes Ziel und nun sind wir „schon“ da.

Fazit: In 36 Tagen legten wir rund 5000km zurück! Davon rund 650km Schotterpiste (Gemessen von Montevideo bis Ushuaia)

Kleine Geschichtskunde:

-       Ushuaia ist die südlichste Stadt Argentiniens und liegt am Beagle-Kanal. Das Wort „Ushuaia“ kommt aus der Sprache der Ureinwohner Yámana und bedeutet so viel wie „Bucht, die nach Osten blickt“.

-       Ushuaia konkurriert mit dem zu Chile gehörenden Puerto Williams auf der Insel Navarino um den Titel, südlichste Stadt der Welt zu sein. (Aber das scheint der Tourismus gekonnt zu verschleiern.) Der Ort Puerto Williams liegt zwar südlicher, ist aber nach chilenischem Recht keine Stadt (ciudad), sondern ein Dorf (pueblo).

Die Fahrt durch die Stadt war geprägt von Löchern und einem Geklapper in unserem Bus. Ein ungutes Gefühl überkam uns. Somit haben wir alles umgeräumt um zu schauen ob beim Motor etwas nicht mehr richtig festgemacht war. Nach einer Testfahrt mit Fabian hinten im Kofferraum, fanden wir heraus, dass es die doofen Gasflaschen von Uruguay sind, welche angefangen haben sich zu bewegen. Beruhigt haben wir noch einen „Fin del Mundo – Ende der Welt“ Stempel in unseren Pass im Informations-Zentrum geholt.

Danach fuhren wir in den Tierra del Fuego Nationalpark.
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Nachdem wir unseren Übernachtungsplatz erreichten, gingen wir noch ein wenig spazieren bis zur Bahia Lapataia. Dort nämlich endet die Ruta National 3! Ein tolles Gefühl am Ende dieser Strasse zu stehen, da sie uns ja doch schon seit Buenos Aires immer wieder begleitet hat.

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Auch diese Landschaft hier unten ist wunderschön und unberührt. Der Blick in Richtung Antarktis hatte etwas Mystisches. Auch wenn man nicht bis dorthin sieht. Nach dem Abendessen und zur Feier des Tages mit Wein, gingen wir unter dem Sternenhimmel zu Bett.

Müde und sehr glücklich hier zu sein, schliefen wir das erste Mal im Tierra del Fuego Nationalpark.

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03.03. Tierra del Fuego Nationalpark: Wanderung zum Hito 24

Wir genossen ein wenig mehr Schlaf als sonst, nach dieser sehr kalten Nacht. Frisch gestärkt machten wir uns auf den Weg zum Acigami Lake. Wir wollten zur Grenze Argentinien/Chile laufen, zum sogenannten Hito 24. Es war eine lange Wanderung bis wir dort ankamen, aber es hat sich gelohnt. Die Landschaft hier unten ist einfach wunderschön. 1000km weiter oben ist die Landschaft so karg, dass wir diese schöne Natur in uns aufsaugten. Herrlich hier zu sein und das Wetter half auch mit.

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Nach dieser langen Wanderung kamen wir gegen halb sechs wieder auf unserem Campingplatz an. Wir waren alle sehr müde, trotzdem hiess es noch ein wenig Blog schreiben. Nach diesem langen Tag gingen wir müde zu Bett.

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04.03. Tierra del Fuego Nationalpark: Wanderung an der Zaratiegui Bay entlang

Heute machten wir uns auf den Weg zur Zaratiegui Bay. Es hat ein wenig genieselt, aber immer wieder aufgehört. Es war ein wunderschöner Wanderweg entlang am Meer. Es ging immer wieder hinein in den Wald, man fühlte sich wie im Märchen. So stelle ich es mir vor :-) Müde von der gestrigen Wanderung gingen wir heute nicht so weit.

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Wir wollten noch zum Pipo River Wasserfall, was eher ein Reinfall war… Es war ein «normaler Fluss» (zumindest für uns :-)) Danach machten wir uns auf den Weg zurück nach Ushuaia. Lorena und Albert gingen in ein Hostel, sie wollten noch ihr 2-Jähriges feiern. Fabian und ich gingen zu einer YPF duschen und entschieden uns in Ushuaia zu übernachten. Direkt am Hafen fanden wir ein Parkplatz um dort zu bleiben. Es war schön hier zu sein und so den Abend ausklingen zu lassen.

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05.03. Tierra del Fuego: Ushuaia bis Rio Grande

Wir haben lange geschlafen und haben danach gefrühstückt. Danach gingen wir Albert und Lorena abholen und wollten anschliessend noch ein wenig Ushuaia anschauen gehen. Es ist ein herziges Städtchen, wir fühlten uns hier sehr wohl. Sogar die Sonne liess sich blicken. Fast wie sie zum Abschluss sagen wollte, komm wieder, wir heissen dich immer Willkommen.

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Am frühen Nachmittag machten wir uns dann wieder auf den Weg Richtung Rio Grande. Es war eine wunderbare Fahrt, welche wir heute mit viel Sonnenschein geniessen durften. Auf einer YPF in Rio Grande haben wir dann übernachtet.

 

06.03. Gas suche in Rio Grande, Fahrt bis Bahia Azul: Fährhafen

Heute hiess es Gas suchen. Es ist sehr schwierig jemanden zu finden der unser Gas auffüllt. Ja das bedenkt man am Anfang leider nicht, wenn man sich an den Ausbau macht. Nichts desto trotz, mit Hilfe von Lorena und Albert haben wir es geschafft. Danach machten wir uns auf den Weg Richtung Grenze. Der Honig, Salat, sowie die Trockenfrüchte fielen den Kontrolleuren zum Opfer. Danach ging es wieder auf der Schotterpiste zurück, auf der CH-257 diesmal. Hier sah man wenigstens, dass sie etwas an der Strasse machten. 60 km musste sich unser Bussli (Lola, wie gefällt euch der Name :-) dies gefallen lassen. Fies war: Daneben die neu geteerte Strasse zu sehen, die jedoch noch nicht offen ist. Nach 3 Stunden Fahrt kamen wir müde am Fährhafen in Bahia Azul an, wo wir auch übernachten wollten.

Dort endete somit auch unser „Abenteuer“ auf der Isla Grande de Tierra del Fuego. Es war eine wunderbare, abwechslungsreiche, eindrückliche und unvergessliche Reise an den südlichsten Zipfel unserer schönen Erde. Man vergisst zu leicht wie schön die Natur ist und sollte daher öfters raus und diesen Erdball mit allen Sinnen erleben. Ushuaia wir vermissen dich schon jetzt. Vielleicht, vielleicht sehen wir uns ja mal wieder :-)